Ich trinke schon sehr lange keinen Alkohol mehr. Ist nicht mein Ding. War nicht schwierig es zu lassen. In wilden Ausgehphasen hatte ich eh oft den Autoschlüssel in der Tasche und fand eine eiskalte Orangenlimo auf der Tanzfläche ziemlich gut. Alkohol hat sich bei mir nicht mit einem „xy geht nur mit“ oder bestimmten Anlässen verknüpft. Trotzdem gab es Phasen, da hatte ich das Gefühl mich kompliziert erklären oder rechtfertigen zu müssen, bis ich verstand, dass es bei „ach trink doch nen Schluck mit“ oder „noch nicht mal zum Anstoßen?“ gar nicht um mein Nicht-Trinken sondern viel mehr um die fragende Person ging. Und die Gegenfrage „Warum trinkst Du Alkohol?“ auf „Warum trinkst Du keinen Alkohol?“ nicht von allen gerne beantwortet wird.
Man könnte eine ganze Party lang spannende Küchengespräche rund um Alkohol führen. Jede:r hätte sicher etwas beizutragen, Anekdoten und Empfehlungen und jede:r kennt oder kannte vermutlich jemanden, der „eigentlich zu viel“ oder täglich trinkt oder oder. Und dann sind da noch Gruppenzwang, Scham, Sorge oder Lust auf mehr mit im Raum. Es ist ein Thema über das man sprechen sollte und bei dem man zuhören kann.
Wer aktuelle Zahlen und Studien rund um Alkoholkonsum nachlesen mag, wird hier fündig.
Ich stoße gerne an. Und mag es, wenn sich der Glasinhalt dann erst recht besonders anfühlt und jemand sich Gedanken über alkoholfreie Aromenkombinationen macht, die auch mal „erwachsen“ schmecken dürfen. Da mir nichts am Alkohol, an Wein oder Bier oder Crémant fehlt, brauche ich gar nicht die geschmacksnahen „Ersatzprodukte“, die Kenner:innen im direkten Vergleich nur selten von einer alkoholfreien Variante überzeugen (vor allem beim Rotwein). Ich finde es viel interessanter, wenn ganz neue Richtungen wie z.B. Proxies und ausgewogene Destillate entstehen und stöbere dazu gerne im Mindful Drinking Club Shop oder wähle alkoholfreie Getränkebegleitungen an Orten, denen ich das bei einem tollen Menü zutraue. Da hatte ich wirklich schon sehr spannende Getränke vor mir stehen.
Als Gedankenstütze hier eine kleine Einordnung der Angaben:
Ab 1,2 Vol.-% Alkohol gilt ein Getränk lebensmittelrechtlich als alkoholisches Getränk, und der genaue Alkoholgehalt (z. B. „5,0 % vol“) muss auf dem Etikett angegeben werden
alkoholfrei: Getränke mit weniger als 0,5 Vol.-% Alkohol dürfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz als „alkoholfrei“ bezeichnet werden
0,0 % Alkohol: es soll kein Alkohol enthalten sein, technisch aber mit einer sehr kleinen Messtoleranz
„Frei von Alkohol“ / „ohne Alkohol“: ist die strengste Formulierung und darf nur verwendet werden, wenn kein nachweisbarer Alkohol enthalten ist – abgesehen von analytisch unvermeidbaren Spuren
Wer wirklich mal neugierig was alkoholfreies für einen besonderen Anlass sucht und ausprobieren möchte: ich empfehle voller Überzeugung eine Flasche Champagner Bratbirne von Jörg Geiger.
Wer sich einlesen will und Spaß am Getränke kreieren hat kann sich mal diese Lektüren anschauen:
Wer einen passenden Online-Kurs sucht:
Welche Küchenparty-Anekdote rund um Alkohol würdest Du erzählen?
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