Sommerideale

aus dem Foto-Archiv von Rainer De Mey

Was gehört für Dich dazu, damit es sich für Dich so richtig nach Sommer anfühlt?

Ach Sommer. Mit Dir verbinde ich: Sauerkirschenrot und aufblasbare Planschbecken. Knackige Wassermelone und frittierte Sonnenstrahlen aka Freibadpommes. Open-Air-Kino-Vorfreude und vorbeiziehende Korn- und Mohnfelder. Roadtrips und Mixtapes. Raststätten-Eis-am-Stiel. Minigolf und Fahrradfahrtwind. Leichtigkeit in der Luft. Lange Abende an gemütlichen Gartentafeln und Picknicks unter bunten Lichterketten. Sternenzelt und Glühwürmchen. Den Geruch-von After Sun Crème. Lagerfeuer. Muscheln suchen und Wellenhüpfen. Holunder-Soda auf einer Berghütte. Flipflop-Flappgeräusche vor dem Fenster. Alles lockt nach draußen. 

Ach Sommer. Mit Dir verbinde ich aber auch: alles klebt und zerfließt, es ist zu heiß, die Fußsohlen brennen auf den Steinen oder im Sand, die große Sehnsucht nach einer kühlen Steinwand, um das Gesicht daran zu kühlen, die unruhige Schlaflosigkeit, der Wunsch nach Ruhe und Rückzug weg vom Fest-, Freibad oder Flohmarktgetümmel. Zu heiß, zu voll, zu viel! Argh und diese juckenden Mückenstiche. Sagte ich schon, es ist so heiß? Alles lockt nach drinnen. 

Sommer oder besser gesagt Sommerferien sind bei mir mit vielen Bildern verknüpft. Filme, Bücher, Erinnerungen, Erzählungen haben alles schön zuckersüß, unbeschwert, himmelblau und fröhlichbunt eingefärbt. Wochen voller großer und kleiner Abenteuer. Direkt vor der Tür oder eine Reise entfernt. Es hatte sich ein großes Potpourri aus Vorstellungen und Überzeugungen angesammelt, wie man ihn möglichst gut nutzt, verbringt und angemessen zelebriert. Eine melancholische Sehnsucht und ein riskantes Abgleichen, ob es „die Anderen“ vermeintlich besser machen. Ein Ding der Unmöglichkeit bzw. auch die Frage nach dem Möglichen und den Möglichkeiten.

Ich habe eine Weile gebraucht, um das zu erkennen und dann die wie in einer riesigen Eiswaffel aufgetürmten Vorstellungs-Bällchen zu durchschauen und in machbare Portionsgrößen umzuspachteln. Und ich übe mich noch darin, mir jährlich mein ganz eigenes Sommerbild zusammenzutupfen und nicht in Sommer-Fomo* zu versinken. Lieber ein bisschen hiervon, ein bisschen davon. Es darf sich verändern. Mal so, mal so. Ich probiere aus. Neues, Altes, Gewünschtes, Gefundenes. So genießen, wie es gut tut. Mittendrin oder etwas abseits im Schatten oder drinnen nah am Luftverwirbler. Einfach dort, wo man dann am liebsten ist! Und das darf bei mir auch mal ganz anders sein als bei Dir oder Dir oder Dir. 

Lockt Dich im Sommer alles nach Draußen oder alles nach Drinnen oder mal so mal so?

Dein ultimativer Hitze-Tipp?

*Fomo: Fear of missing out. Die Angst, etwas zu verpassen. Fomo kann man übrigens auch in Jomo umwandeln: joy of missing out. Die bewusste Freude daran, auch mal nichts zu tun und Zeit für sich selbst zu haben.

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